Alternative Kraftstoffe : Welche Hindernisse gibt es für ihre Nutzung?

Der Gütertransport ist direkt von den Verkehrsbeschränkungen betroffen, die das Ziel haben, die Luftverschmutzung zu verringern. In diesem Bereich wird der Diesel bald nicht mehr die Vorherrschaft haben. Aber alternative Kraftstoffe bieten nicht immer ausreichend Antworten auf alle Anforderungen … Ein Erklärungsversuch.

Das Anliegen, Schadstoffemissionen aus dem Straßenverkehr zu bekämpfen, ist nicht erst seit COVID-19 aktuell. Der Rückgang der CO2-Emissionen, der im direkten Zusammenhang mit der Verringerung der menschlichen Aktivitäten während des Lockdowns steht, macht die Bedeutung der Umweltpolitik deutlich. Seit Ende der 1990er Jahre und dem Inkrafttreten der Euro-Normen hat der regulatorische und rechtliche Rahmen in Europa die Voraussetzungen für eine starke Verringerung der Umweltverschmutzung geschaffen. „Die EURO6-d-Norm ist aus ökologischer Sicht ein großer Fortschritt“, erklärt Olivier Dutrech, Leiter Innovation der Gruppe FRAIKIN. „Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, um die Hersteller zur Anpassung ihrer Produktpalette und die Unternehmen zum Umdenken in Sachen Mobilität zu bewegen.“ Darüber hinaus wirkt sich die Schaffung von 250 Umweltzonen in Europa auf den Güterverkehr aus, der aufgrund von Verkehrsbeschränkungen immer größeren Einschränkungen unterliegt.

Stärken und Schwächen …

Die wachsende Zahl der auf dem Markt verfügbaren Kraftstoffe erschwert die Entscheidung, wenn es darum geht, Umweltauflagen, Budgetkontrolle und Flottenproduktivität in Einklang zu bringen. Der Sektor für Biokraftstoffe befindet sich in einem starken Aufschwung. „Biokraftstoffe sind sehr interessant, weil sie nicht mehr auf raffinierten fossilen Brennstoffen basieren, sondern auf nachwachsenden Rohstoffen. Allerdings sind sie noch nicht für alle Fahrzeugtypen verfügbar“, sagt Olivier Dutrech. LPG (Flüssiggas) ist eine Alternative, die eine gewisse Beliebtheit genossen hat. „Seine Verwendung wird in Europa wegen der komplizierten und teuren Wartung oder wegen der Beschränkungen für die unterirdische Nutzung nicht empfohlen. Das bedeutet allerdings nicht, dass es im Rest der Welt auch der Fall ist.“ Elektroantriebe liegen im Trend, auch wenn ihre begrenzte Autonomie sie auf bestimmte Anwendungen wie die Zustellung auf der letzten Meile beschränkt. „Der lautlose und emissionsfreie Betrieb wird durch die mit dem Laden verbundenen Schwierigkeiten und durch die Investitionen, die getätigt werden müssen, um das Unternehmen mit Ladestationen auszustatten, relativiert“, bemerkt Olivier Dutrech. Hybridfahrzeuge sind ein guter Kompromiss, indem sie die Vorteile der elektrischen Leistung mit der Vielseitigkeit des Verbrennungsmotors kombinieren. „Um ihr Potenzial voll auszuschöpfen, müssen die Benutzer jedoch darin geschult werden, ihr Fahrverhalten anzupassen, um die Nutzung des Elektromotors zu optimieren.“ 

Tanken: ein wesentlicher Faktor

Ob Wasserstoff- oder Gasmotoren, sie haben einen gemeinsamen Schwachpunkt: die geringe Dichte an Fahrzeugtankstellen. Die Kosten der Wasserstoffproduktion sind immer noch hoch (einschließlich der Umweltkosten), „aber wenn die Industrie sich erst einmal dementsprechend aufbaut, wird diese Alternative eine hervorragende Lösung sein“, sagt Olivier Dutrech. „Mit Gas oder Biogas angetriebene Fahrzeuge erfordern eine spezielle Schulung der Fahrer, weil nicht richtiges Fahrverhalten die Reichweite erheblich verringern kann“, sagt Olivier Dutrech. Bis heute gibt es keine universelle Lösung. „Die einzige Konstante auf globaler Ebene“, so Olivier Dutrech abschließend, „ist das Bestreben, die Mobilität in einer umweltfreundlicheren Weise zu überdenken.

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